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Schaden
Versicherungen

Cannabis teillegalisiert – Was Sie jetzt wissen sollten

Mika Haapamäki02. Juli 20247 Min. Lesezeit75 Aufrufe

Die Teillegalisierung von Cannabis verändert auch den Versicherungsschutz. Wir zeigen, welche Regeln für Kfz-, Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherungen gelten und wie Sie Risiken vermeiden.

Rechtlicher Rahmen seit der Teillegalisierung

Seit April 2024 erlaubt das Konsumcannabisgesetz Erwachsenen den Besitz bestimmter Mengen für den Eigenbedarf. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Verbote bestehen. Entscheidend ist, dass der Konsum nicht zu einer Gefährdung Dritter führt. Wer alkoholähnlich berauscht am Straßenverkehr teilnimmt, riskiert weiterhin Strafen und den Verlust des Versicherungsschutzes.

Auswirkungen auf die Kfz-Versicherung

Die neue THC-Grenze von 3,5 Nanogramm im Blut gilt als Ordnungswidrigkeitsgrenze. Bereits darunter kann die Fahrerlaubnisbehörde Maßnahmen einleiten, wenn Fahrunsicherheit vorliegt. Für die Kfz-Haftpflicht bedeutet das:

  • Bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer Regress bis zu 5.000 Euro nehmen.
  • Kasko-Versicherer dürfen Leistungen kürzen, wenn der Unfall alkohol- oder drogenbedingt war.
  • Dienstwagenfahrerinnen und -fahrer sollten die Dienstwagenordnung aktualisieren lassen, um Klarheit zu schaffen.

Private Haftpflicht und Berufsunfähigkeit

Cannabis-Konsum in den eigenen vier Wänden ist grundsätzlich versichert. Kommt es jedoch unter Einfluss zu grob fahrlässigen Handlungen, kann der Versicherer Leistungen verweigern. In der Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen medizinische Gutachter, ob ein dauerhafter Konsum zu gesundheitlichen Einschränkungen geführt hat. Teilen Sie Ihrem Makler offen mit, wenn Sie chronische Erkrankungen haben, damit Gesundheitsangaben korrekt erfolgen.

Auswirkungen auf Kranken- und Pflegeversicherung

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Cannabis als Arzneimittel nur mit ärztlicher Verordnung und Genehmigung. Private Krankenversicherungen verlangen ebenfalls eine medizinische Indikation. Freizeitkonsum bleibt Eigenleistung. Achten Sie auf klare Dokumentation, wenn Sie Cannabis medizinisch nutzen, um Kostenerstattungen zu sichern.

Präventions- und Compliance-Empfehlungen

  • Führen Sie bei Teilnahme am Straßenverkehr ein Fahrtenbuch, wenn Sie regelmäßig medizinisches Cannabis nutzen.
  • Informieren Sie Ihren Arbeitgeber über medizinische Verordnungen, um arbeitsrechtliche Risiken zu minimieren.
  • Vermeiden Sie den Transport größerer Mengen ohne schriftliche Nachweise, da dies als unerlaubter Handel gewertet werden kann.
  • Halten Sie Vereinbarungen in Haus- oder Mietgemeinschaften schriftlich fest, um Konflikte zu vermeiden.

Fazit

Die Teillegalisierung erleichtert den legalen Eigenverbrauch, verändert aber nichts an der Pflicht, Gefahren für andere zu vermeiden. Wer Cannabis konsumiert, sollte Versicherungsschutz und rechtliche Grenzen genau kennen. Eine professionelle Beratung stellt sicher, dass Ihre Policen weiterhin lückenlos greifen.

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