Die Rürup-Rente (Basisrente) bietet Selbstständigen und Freiberuflern erhebliche Steuervorteile. Wir erklären, für wen sie sich lohnt und worauf Sie achten sollten.
Die Basisrente: Steuerlich geförderte Vorsorge
Selbstständige und Freiberufler haben keinen Zugang zur Riester-Rente und zahlen in der Regel nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die Rürup-Rente (offiziell: Basisrente) wurde 2005 speziell für diese Zielgruppe geschaffen — als steuerlich geförderte Altersvorsorge der Schicht 1.
Der größte Vorteil: Die Beiträge sind bis zu einem Höchstbetrag als Sonderausgaben voll steuerlich absetzbar.
So funktioniert die Rürup-Rente
Das Grundprinzip der Rürup-Rente ähnelt der gesetzlichen Rentenversicherung:
- Beiträge werden während der Erwerbsphase eingezahlt
- Die Auszahlung erfolgt als lebenslange monatliche Rente ab dem Renteneintritt
- Eine Einmalauszahlung des Kapitals ist nicht möglich
- Die Rente ist grundsätzlich nicht vererbbar, kann aber mit einer Hinterbliebenenabsicherung kombiniert werden
Steuervorteile: Die Zahlen für 2026
Seit 2023 sind 100% der Beiträge zur Rürup-Rente steuerlich absetzbar. Der Höchstbetrag liegt 2026 bei:
- Alleinstehende: Bis zu 27.566 Euro pro Jahr absetzbar
- Verheiratete: Bis zu 55.132 Euro pro Jahr absetzbar
Bei einem Grenzsteuersatz von 42% bedeutet das eine Steuerersparnis von bis zu 11.578 Euro pro Jahr für Alleinstehende — ein enormer Hebel für den Vermögensaufbau.
Besteuerung in der Rentenphase
Die Rürup-Rente wird in der Auszahlungsphase als sonstiges Einkommen versteuert. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Rentenbeginn ab. Wer 2026 in Rente geht, muss 86% der Rente versteuern. Dieser Anteil steigt jährlich und liegt ab 2058 bei 100%.
Da die meisten Rentner einen niedrigeren Steuersatz haben als während der Erwerbsphase, ergibt sich ein steuerlicher Vorteil durch die Verschiebung der Steuerlast.
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?
Besonders geeignet für:
- Selbstständige und Freiberufler mit hohem Einkommen und hoher Steuerlast
- Gut verdienende Angestellte, die ihren Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen noch nicht ausgeschöpft haben
- Personen ab 50+, die noch schnell steuerlich gefördert für das Alter vorsorgen wollen
Weniger geeignet für:
- Personen mit geringem Einkommen und niedrigem Steuersatz
- Wer Flexibilität bei der Auszahlung wünscht (keine Einmalauszahlung möglich)
- Junge Selbstständige mit unsicherer Einkommensentwicklung
Klassisch, fondsgebunden oder ETF-basiert?
Die Rürup-Rente gibt es in verschiedenen Varianten:
- Klassisch mit Garantiezins: Sicherheit, aber niedrige Rendite
- Fondsgebunden mit ETFs: Höhere Renditechancen, moderate Kosten
- Fondspolicen mit aktiven Fonds: Höhere Kosten, nicht immer bessere Rendite
Wir empfehlen in den meisten Fällen eine fondsgebundene Rürup-Rente mit ETF-Auswahl. Die Kombination aus steuerlicher Förderung und kostengünstiger Kapitalanlage bietet das beste Rendite-Risiko-Profil.
Unser Fazit
Die Rürup-Rente ist ein mächtiges Werkzeug für die Altersvorsorge von Selbstständigen — vorausgesetzt, das Produkt stimmt. Die Qualitätsunterschiede zwischen den Anbietern sind enorm. Als unabhängige Makler vergleichen wir alle Rürup-Tarife am Markt und finden den kosteneffizientesten Vertrag für Ihre Situation.